Leonberg unterhält acht Friedhöfe in städtischer Trägerschaft, verteilt auf die Kernstadt und die Ortsteile Eltingen, Gebersheim, Höfingen und Warmbronn. Sie unterscheiden sich stärker, als man vermuten würde: Auf drei von ihnen können nur noch Urnengräber erworben werden, andere bieten Grabfelder unter Bäumen, gemeinschaftliche Anlagen mit dauerhafter Pflege oder ein muslimisches Grabfeld. Welcher Friedhof in Frage kommt, richtet sich zunächst nach dem letzten Wohnort.
Welche Friedhöfe gibt es in Leonberg?
Acht Friedhöfe, alle in Trägerschaft der Stadt:
- Waldfriedhof Leonberg, Am Waldfriedhof 1, mit eigener Aussegnungshalle
- Friedhof Seestraße, Burggasse 5, in der Leonberger Kernstadt
- Friedhof Eltingen, Friedhofstraße 12 bis 14
- Neuer Friedhof Höfingen, Hirschlander Straße 63, mit eigener Aussegnungshalle
- Alter Friedhof Höfingen, Hinter dem Friedhof 2
- Neuer Friedhof Warmbronn, Lämmlestraße
- Alter Friedhof Warmbronn, Schulstraße 24
- Friedhof Gebersheim, Alte Dorfstraße 48
Geöffnet sind alle Leonberger Friedhöfe von Mai bis September zwischen 8 und 20 Uhr, von Oktober bis April zwischen 8 und 18 Uhr.
Auf welchem Friedhof kann beigesetzt werden?
Maßgeblich ist der letzte Wohnort der verstorbenen Person. Wer zuletzt in Warmbronn gewohnt hat, wird in aller Regel auch in Warmbronn beigesetzt. Sofern es die Kapazität zulässt, kann die Friedhofsverwaltung eine Beisetzung auch auf einem anderen Leonberger Friedhof zulassen. Grundsätzlich dienen die Friedhöfe der Bestattung Leonberger Einwohnerinnen und Einwohner. Die Friedhofsordnung erlaubt in begründeten Fällen die Bestattung Auswärtiger, dann allerdings zu erhöhten Gebühren.
Eine Besonderheit betrifft die Kernstadt und Eltingen. Weil die dortigen Friedhöfe teilweise außer Dienst gestellt sind, werden auf ihnen nur noch Grabstätten für Aschenbeisetzungen vergeben. Erdbestattungen finden dort ausschließlich im Rahmen bereits bestehender Nutzungsrechte statt. Dasselbe gilt für den Alten Friedhof Höfingen. Wer eine Erdbestattung wünscht, kommt in Leonberg also auf den Waldfriedhof, den Neuen Friedhof Höfingen, nach Warmbronn oder nach Gebersheim.
Welche Grabarten gibt es in Leonberg?
Ob erd- oder feuerbestattet wird, richtet sich nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen der verstorbenen Person. An diesen Willen sind die Hinterbliebenen gebunden. Die Wahl zwischen Reihengrab und Wahlgrab liegt dagegen meist bei den Angehörigen.
Reihengrab. Aufnahme für eine Bestattung. Die Ruhezeit beträgt 20 Jahre bei Erdbestattungen und 15 Jahre bei Urnenbeisetzungen. Eine Verlängerung ist nicht möglich, nach Ablauf wird das Grab geräumt.
Wahlgrab. Für Erdbestattungen werden Wahlgräber mit zwei oder vier Belegungen vergeben, in Urnenwahlgräbern sind bis zu fünf Beisetzungen möglich. Die Nutzungsdauer beträgt 30 Jahre und kann auf Antrag verlängert werden. Für Familien, die zusammen bleiben wollen, ist das die tragfähigere Wahl.
Kindergrab. Die Nutzungsdauer richtet sich nach dem Alter des verstorbenen Kindes.
Anonymes Urnenreihengrab. Auf dem Waldfriedhof, dem Neuen Friedhof Höfingen und dem Alten Friedhof Warmbronn können Urnen in einer äußerlich nicht gekennzeichneten Rasenfläche beigesetzt werden.
Muslimisches Grabfeld. Wahlgräber für jeweils eine Bestattung, ausgerichtet nach Mekka, mit 30-jähriger Nutzungsdauer und Verlängerungsmöglichkeit. Die Beisetzung erfolgt im Sarg, unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Beisetzung im Leintuch möglich.
Bestattung unter Bäumen. Wiesenflächen auf dem Waldfriedhof mit gewachsenem Baumbestand und auf dem Neuen Friedhof Höfingen mit jungen Bäumen. Die Urnen werden der Reihe nach unter den Bäumen beigesetzt, nicht am einzelnen Baum. Jede Urne erhält eine Steinstele mit den Lebensdaten. Dafür ist ein Vertrag mit der Genossenschaft NetzwerkStein erforderlich, die Leistungen der Genossenschaft und der Stadt werden gemeinsam mit dem Bestattungsantrag erworben. Die Pflege übernimmt die Stadt Leonberg.
Pflegeleichtgräber im Urnengemeinschaftsgrabfeld. Zu finden auf dem Waldfriedhof, dem Neuen Friedhof Höfingen und dem Alten Friedhof Warmbronn. Die Württembergische Friedhofsgärtnergenossenschaft bepflanzt und pflegt diese Felder dauerhaft. Für viele Familien, die weit entfernt wohnen, ist das der entscheidende Punkt.
Urnenwand auf dem Alten Friedhof Warmbronn. Diese Grabform steht nur Verstorbenen mit letztem Wohnsitz in Warmbronn offen. Derzeit können dort keine neuen Nischen erworben werden, weil keine freien Plätze mehr vorhanden sind.
Welche Grabart gibt es auf welchem Friedhof?
| Friedhof | Erwerb von Grabstätten | Besondere Grabformen |
|---|---|---|
| Waldfriedhof Leonberg | Erd- und Urnengräber | anonymes Urnengrabfeld, Bestattung unter Bäumen, Pflegeleichtgräber |
| Friedhof Seestraße | nur Urnengräber | keine |
| Friedhof Eltingen | nur Urnengräber | keine |
| Neuer Friedhof Höfingen | Erd- und Urnengräber | anonymes Urnengrabfeld, Bestattung unter Bäumen, Pflegeleichtgräber |
| Alter Friedhof Höfingen | nur Urnengräber | keine |
| Neuer Friedhof Warmbronn | Erd- und Urnengräber | keine |
| Alter Friedhof Warmbronn | Erd- und Urnengräber | anonymes Urnengrabfeld, Pflegeleichtgräber, Urnenwand (derzeit belegt) |
| Friedhof Gebersheim | Erd- und Urnengräber | keine |
Die Übersicht gibt den Stand der städtischen Information wieder. Verbindlich ist die Auskunft der Friedhofsverwaltung, weil sich Belegung und Verfügbarkeit einzelner Felder ändern.
Was beeinflusst die Wahl praktisch?
Drei Fragen entscheiden meistens.
Die erste ist die Nähe. Ein Grab, das sich in den Alltag einfügt, wird besucht. Eines, für das man eine halbe Stunde Autofahrt einplanen muss, seltener. Überlegen Sie, wer in den kommenden Jahren regelmäßig hingehen wird, und wo diese Menschen wohnen.
Die zweite ist die Pflege. Ein klassisches Wahlgrab will bepflanzt, gegossen und über die Jahre hinweg betreut werden. Wenn niemand in der Nähe wohnt oder gesundheitlich dazu in der Lage ist, sind die gemeinschaftlichen Anlagen mit dauerhafter Pflege die ehrlichere Entscheidung. Ein verwahrlostes Grab belastet Angehörige oft mehr als eine schlichtere Grabform.
Die dritte ist die Dauer. Ein Reihengrab läuft nach Ablauf der Ruhezeit aus, ohne dass sich daran etwas ändern lässt. Ein Wahlgrab lässt sich verlängern. Wer möchte, dass Ehepartner oder Geschwister später im selben Grab liegen, braucht ein Wahlgrab.
Wo findet die Trauerfeier statt?
Eigene Aussegnungshallen unterhält die Stadt am Waldfriedhof und am Neuen Friedhof Höfingen. Beide sind mit dem jeweiligen Friedhof verbunden, sodass Feier und Beisetzung ohne Ortswechsel stattfinden können.
Wird auf einem der übrigen Friedhöfe beigesetzt, klären wir mit Ihnen, wo die Trauerfeier stattfinden soll. In Frage kommen eine Kirche am Ort, unsere eigenen Räume oder eine Feier unmittelbar am Grab. Auch die Reihenfolge lässt sich anpassen: Manche Familien feiern zuerst im engsten Kreis und laden erst zur Beisetzung weitere Gäste ein.
Wenn Sie ein bestehendes Familiengrab suchen und nicht mehr wissen, in welcher Abteilung es liegt, hilft das städtische Geodatenportal LeoMaps weiter. Dort lassen sich die Abteilungen der Leonberger Friedhöfe und die dort Bestatteten nachschlagen. Die Stadt gibt außerdem eine Broschüre mit dem Titel Ratgeber für den Trauerfall heraus, die die örtlichen Abläufe zusammenfasst.
Was ist bei der Grabgestaltung zu beachten?
Gräber sind in Leonberg gärtnerisch anzulegen, also zu bepflanzen. Abdeckungen aus totem Material wie Kiesflächen oder durchgehende Grabplatten sind nicht zulässig, ausgenommen ist die Abteilung 66 auf dem Waldfriedhof. Bevor ein Grabmal aufgestellt wird, muss die Friedhofsverwaltung es genehmigen. Die Gestaltungsvorschriften stehen in der Friedhofsordnung der Stadt.
An der Urnenwand in Warmbronn sind einheitliche Abdeckplatten angebracht, die individuell beschriftet werden können. Grabschmuck gehört bei den Gemeinschaftsanlagen und an der Urnenwand auf die dafür vorgesehenen Ablageflächen.
Wo bekommen Sie verbindliche Auskunft?
Für Gebühren, Ruhezeiten, freie Grabplätze und alle Fragen zum Nutzungsrecht ist die Friedhofsverwaltung der Stadt Leonberg zuständig. Sie sitzt im Rathaus am Belforter Platz 1 im dritten Obergeschoss und ist unter 07152 990-3112 sowie per E-Mail an friedhofsverwaltung@leonberg.de erreichbar. Sprechzeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr, donnerstags zusätzlich von 16 bis 18 Uhr.
Die Gebühren für Grab und Bestattung sind in der Bestattungsgebührensatzung der Stadt geregelt. Sie hängen unter anderem von der Grabart und der Nutzungszeit ab. Weil sich das nicht sinnvoll pauschalisieren lässt, nennen wir hier keine Beträge. Wenn Sie Klarheit über die Kosten in Ihrer Situation möchten, sprechen Sie uns gerne an.
Wie begleiten wir Bestattungen in Leonberg?
Wir sind mit einem Gesprächsraum in Leonberg vor Ort und kennen die Abläufe auf allen acht Friedhöfen. Was das praktisch bedeutet: Wir klären mit der Friedhofsverwaltung, welche Grabplätze verfügbar sind, stimmen den Termin für die Aussegnungshalle ab und begleiten die Trauerfeier vom ersten Entwurf bis zum letzten Ton. Wenn Sie sich unsicher sind, ob eine Erdbestattung auf dem gewünschten Friedhof überhaupt möglich ist, klären wir das vorab für Sie.
Für ein Gespräch über Friedhof und Grabart erreichen Sie uns unter 0711 722 09 50.
Häufige Fragen
Wie viele Friedhöfe gibt es in Leonberg?
Acht Friedhöfe in städtischer Trägerschaft: den Waldfriedhof, den Friedhof Seestraße, den Friedhof Eltingen, den Neuen und den Alten Friedhof Höfingen, den Neuen und den Alten Friedhof Warmbronn sowie den Friedhof Gebersheim. Aussegnungshallen gibt es am Waldfriedhof und am Neuen Friedhof Höfingen.
Auf welchem Friedhof werde ich beigesetzt?
Das richtet sich nach dem letzten Wohnort innerhalb Leonbergs. Lässt die Kapazität es zu, kann die Friedhofsverwaltung eine Beisetzung auch auf einem anderen Leonberger Friedhof zulassen. Die Bestattung Auswärtiger ist in begründeten Fällen möglich, dann zu erhöhten Gebühren.
Sind auf allen Leonberger Friedhöfen Erdbestattungen möglich?
Nein. Auf dem Friedhof Seestraße, dem Friedhof Eltingen und dem Alten Friedhof Höfingen können nur Urnengräber erworben werden. Für die Kernstadt und Eltingen liegt der Grund in der teilweisen Außerdienststellung dieser Friedhöfe.
Gibt es in Leonberg ein Urnengrab unter Bäumen?
Ja, auf dem Waldfriedhof mit gewachsenem Baumbestand und auf dem Neuen Friedhof Höfingen mit jungen Bäumen. Die Urnen werden der Reihe nach unter den Bäumen beigesetzt und mit einer Steinstele gekennzeichnet. Dafür ist ein Vertrag mit der Genossenschaft NetzwerkStein erforderlich.
Wie lange bleibt ein Grab in Leonberg bestehen?
Bei Reihengräbern beträgt die Ruhezeit 20 Jahre für Erdbestattungen und 15 Jahre für Urnenbeisetzungen, eine Verlängerung ist nicht möglich. Wahlgräber haben eine Nutzungsdauer von 30 Jahren, die auf Antrag verlängert werden kann.
Gibt es in Leonberg ein muslimisches Grabfeld?
Ja. Es handelt sich um Wahlgräber für jeweils eine Bestattung mit Ausrichtung nach Mekka und einer Nutzungsdauer von 30 Jahren, die auf Antrag verlängert werden kann. Die Beisetzung erfolgt im Sarg, unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Beisetzung im Leintuch möglich.
Darf ein Grab in Leonberg mit Kies abgedeckt werden?
Nein. Gräber sind gärtnerisch anzulegen, Abdeckungen aus totem Material wie Kies oder durchgehende Grabplatten sind nicht zulässig. Die einzige Ausnahme ist die Abteilung 66 auf dem Waldfriedhof. Grabmale müssen vor dem Aufstellen von der Friedhofsverwaltung genehmigt werden.
Quellen
- Stadt Leonberg: Friedhofs- und Bestattungswesen, abgerufen im August 2026
- Stadt Leonberg: Friedhofsordnung (OR-7500), abgerufen im August 2026
- Stadt Leonberg: Bestattungsgebührensatzung (OR-7501), abgerufen im August 2026
- Stadt Leonberg: Informationen zum Grabfeld Bestattung unter Bäumen, abgerufen im August 2026
- Stadt Leonberg: Ratgeber für den Trauerfall, abgerufen im August 2026
- Landesrecht Baden-Württemberg: Bestattungsgesetz (BestattG BW), abgerufen im August 2026